Divestment

Keine staatlichen Investitionen in fossile Energien, Atomenergie und Unternehmen, die Menschenrechte verletzen

Der luxemburgische Pensionsfonds investiert Millionen Euro in Unternehmen, die im Bereich der fossilen Energien und der Atomenergie tätig sind, sowie in Unternehmen, die Menschenrechte verletzen.

Investitionen in Unternehmen, die im Kohle-, Öl- und Gassektor tätig sind, stehen in klarem Widerspruch zu den Verpflichtungen, die Luxemburg durch das Pariser Abkommen eingegangen ist. Atominvestitionen stehen im Widerspruch zu der Anti-Atompolitik des Landes. Investitionen in Unternehmen, die Menschenrechte verletzten, sind nicht vereinbar mit der Nachhaltigkeits-Agenda der Vereinten Nationen, welche die Regierung unterzeichnet hat.

Die Sozial- und Umweltverträglichkeit der Investitionen des Pensionsfonds muss gewährleistet werden – so wie auch die der anderen öffentlichen Fonds, wie etwa des Zukunftsfonds des Finanzministeriums oder des Investitionsfonds der Luxemburger Zentralbank.
 Grundsätzliche Reformen und eine strukturelle Veränderung der Vorgehensweise im Bereich des sozial verantwortlichen und umweltverträglichen Investments sind notwendig.

Die Kernforderungen von Votum Klima:

Ausstieg der staatlichen Fonds aus Investitionen in Atomenergie und fossile Energien

Votum Klima ist der Meinung, dass sich die Position Luxemburgs als bekennendes Anti-Atomland, Unterzeichner des Pariser Klimaschutzabkommens und Mitglied der Powering Past Coal Alliance in einer kohärenten Investitionspolitik der staatlichen Fonds niederschlagen muss.

Kohärente Umsetzung internationaler Konventionen in der Investitionspolitik

Votum Klima erwartet von der luxemburgischen Regierung, dass sie sicherstellt, dass die Investitionspolitik der staatlichen Fonds im Einklang steht mit den Verpflichtungen, die Luxemburg durch die Ratifizierung internationaler Konventionen eingegangen ist.

Eine Governance-Struktur, die für eine nachhaltige Investitionspolitik sorgt

Votum Klima kommt zu dem Schluss, dass die Nachhaltigkeitsbewertung von Firmen, in die der FDC investiert, unzureichend ist, insbesondere in Bezug auf die Wahrung der Menschenrechte. Votum Klima fordert die Einsetzung einer effektiven und transparenten Governance-Struktur, die nationalen Stakeholder und externe Kompetenzen einbindet.

Nachhaltige Investitionen stellen keineswegs ein Investitionsrisiko dar, im Gegenteil. Eine nachhaltige Investitionspolitik wird immer stärker zum Bestandteil der Investitionsstrategien großer Investoren, dies nicht nur aufgrund von ethischen Erwägungen. Mittlerweile wird allen wirtschaftlichen Akteuren, darunter auch der Finanzindustrie und institutionellen Investoren, angeraten, ihre Investitionen auf klimabezogene Finanzrisiken hin zu bewerten.

Kohleinvestitionen des luxemburgischen Pensionsfonds

Votum Klima hat die Investitionen, die der Pensionsfonds im Jahr 2015 über die Tochtergesellschaft SICAV-FIS getätigt hat, hinsichtlich seiner Investitionen in Unternehmen, die im Kohlesektor aktiv sind, analysiert. Der Bericht, der im Auftrag von Votum Klima von der Nichtregierungsorganisation urgewald erstellt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass der Pensionsfonds im Jahr 2015 in Aktien und Obligationen von 103 Hauptakteuren des Kohle- Sektors im Wert von 159 Millionen Euro investiert hatte. Dies entspricht 1,11% des gesamten Investment-Portfolios des Pensionsfonds im Jahr 2015.

Link zum Bericht „Finanzierung des Klimawandels – Die Investitionen des luxemburgischen Pensionsfonds in den Kohle-Sektor“

Atominvestitionen des luxemburgischen Pensionsfonds

Im Bereich Atomenergie betreibt der Pensionsfonds eine Investmentstrategie, die in totalem Widerspruch nicht nur zur Politik der vorherigen sowie der jetzigen Regierung steht, sondern auch zum Willen der luxemburgischen Bevölkerung und Zivilgesellschaft. Ende 2015 hatte der Pensionsfonds Investitionen in Höhe von wenigstens 75.488.151 Euro in Firmen, die eng mit der Atomenergie verbunden sind, in den Büchern stehen. Darunter auch die beiden Konzerne EDF und Engie-Electrabel, die für Luxemburg und seine Bevölkerung die größte Bedrohung darstellen

Investitionen des luxemburgischen Pensionsfonds in Unternehmen, die Menschenrechte verletzen

Einer Studie zufolge investiert der luxemburgische Pensionsfonds in Unternehmen, die Menschenrechte verletzen, darunter die Unternehmen Newmont Mining, Shell, Wilmar und Monsanto.

Der Pensionsfonds hatte 2011 erste Schritte hin zu einer sozial verantwortlicheren Investitionspolitik gemacht. So sollen Investitionen nicht weiter gegen internationale Konventionen verstoßen, die Luxemburg ratifiziert hat. Die Unternehmensberatungsfirma GES hat den Auftrag, die Unternehmen, in welche der Pensionsfonds investiert, zweimal jährlich zu überprüfen. Derzeit befinden sich 69 Unternehmen auf der sogenannten schwarzen Liste der GES, aus welchen der Pensionsfonds seine Investitionen zurückgezogen hat. Allerdings weist dieses Verfahren gravierende Mängel auf: Es ist intransparent, rein reaktiv und wirkt oberflächlich.

Link zur Studie „Der luxemburgische Pensionsfonds und die Menschenrechte“

 

Unsere Pressecommuniqués zum Thema Divestment

Presse – Divestment

6.12.2017

Green Finance Luxembourg – zwischen Anspruch und Wirklichkeit!

Die öffentlichen Investmentfonds brauchen eine wirklich nachhaltige Strategie

Mehr lesen ...


8.05.2017

Der luxemburgische Pensionsfonds und die Menschenrechte

Votum Klima fordert die Regierung zu weitgehenden Reformen beim luxemburgischen Pensionsfonds auf

Mehr lesen ...


7.11.2016

Carton rouge pour le Fonds de pensions luxembourgeois

Votum Klima demande l’arrêt immédiat des investissements dans le charbon et le nucléaire.

Mehr lesen ...


5.06.2015

Votum Klima Nein zur Kohle

Norwegen sagte heute “Nein zu Kohle”! Wann folgt Luxemburg?

Mehr lesen ...


20.04.2015

Wer für Klimaschutz und gegen Atomkraft ist, darf nicht in Exxon und Areva investieren !

Mehr lesen ...


11.02.2015

Global Divestment Day

Votum Klima startet in Luxemburg die weltweite Mobilisierung

Mehr lesen ...